Der Markt ist nicht mehr das, was er war. Das klingt dramatischer als es ist. Eigentlich ist 2026 für Immobilienverkäufer am Zürichsee ein gutes Jahr, aber nur, wenn man versteht, was sich konkret verändert hat. Wer das ignoriert, riskiert, sein Objekt entweder zu billig abzugeben oder es monatelang auf dem Markt zu lassen, bis es keiner mehr ernst nimmt.
Ich sehe das regelmässig. Ein gut gelegenes Objekt, vernünftige Substanz, aber der Einstieg war CHF 200'000 zu hoch. Drei Monate später kommt die Preiskorrektur und plötzlich fragen sich alle Interessenten, warum das Objekt so lange stand. Der erste Eindruck auf dem Markt ist der wichtigste. Den gibt es nicht zweimal.
Was die Zahlen gerade zeigen
Wüest Partner hat für 2026 einen Preisanstieg von 2.8% bei Eigentumswohnungen und 3.1% bei Einfamilienhäusern prognostiziert. Im ersten Quartal 2026 lagen die Kaufpreise schweizweit bereits 3.5% über dem Vorjahr. Im Kanton Zürich waren es 2.8% plus. Das sind solide Zahlen, aber keine Explosion.
Am Zürichsee kostet ein gut gelegener Quadratmeter je nach Lage zwischen CHF 10'500 und 20'000. Seesichtlagen und direkte Seezugänge stehen nochmals darüber. Was das Preisniveau stabil hält, ist nicht primär die Nachfrage, die ist zwar da, aber nicht mehr so hitzig wie 2021/22, sondern das Angebot. Neue Wohnungen entstehen nur langsam: Bauvorschriften, Einsprachen und komplexe Baubewilligungen verlangsamen das Neubauvolumen systematisch. Das bedeutet, wer ein bestehendes Objekt in guter Lage besitzt, hat strukturell Vorteile.
Der grösste Irrtum von Verkäufern: Sie glauben, der Markt verzeihe schlechte Vorbereitung, wenn die Lage gut ist. Tut er nicht. Schon gar nicht 2026.
Was sich 2026 konkret verändert hat
Das Zinsumfeld hat sich stabilisiert. Der SNB-Leitzins liegt bei 0%, 5-jährige Festhypotheken gibt es ab etwa 1.1%, 10-jährige ab 1.5%. Das klingt nach günstigen Zeiten für Käufer und das ist es auch. Aber es bedeutet gleichzeitig: Käufer haben mehr Ruhe. Die Angst, noch schneller kaufen zu müssen, bevor die Zinsen wieder steigen, ist weg. Das verändert das Verhandlungsverhalten.
Kaufinteressenten prüfen Objekte heute genauer. Sie kommen mit Fragen, die vor drei Jahren kaum jemand gestellt hat. Wie alt ist die Heizung? Gibt es ein Energieausweis? Wurde das Dach saniert? Laufen noch Schuldbriefe? Das sind berechtigte Fragen und Verkäufer, die darauf keine klare Antwort haben, verlieren Vertrauen, bevor eine Offerte auch nur auf dem Tisch liegt.
Die Vorbereitung macht den Preis — nicht umgekehrt
Ein Objekt, das verkaufsbereit ist, erzielt systematisch bessere Preise als ein Objekt, bei dem der Käufer das Potenzial erst imagieren muss. Das ist keine Meinung, sondern Erfahrung aus hunderten von Transaktionen im Netzwerk.
Verkaufsbereit bedeutet: vollständige Unterlagen, ein ehrlicher Energieausweis, Fotos die das Objekt in bestem Licht zeigen, ohne zu täuschen und ein Exposé, das auf Anhieb erklärt, warum dieser Preis gerechtfertigt ist. Kein Käufer kauft ein Objekt; er kauft eine Entscheidung. Die Arbeit des Maklers ist es, diese Entscheidung so leicht wie möglich zu machen.
Bei BC Living starten wir jeden Verkaufsauftrag mit einer strukturierten Marktanalyse auf Basis aktueller Transaktionsdaten. Nicht Schätzungen, nicht Bauchgefühl. Danach kommt die Strategie. Welche Kanäle, welche Zielgruppe, welche Preispositionierung. Und dann erst das Inserat.
Was das RE/MAX-Netzwerk hier konkret leistet
Wir sind Franchisepartner von RE/MAX Schweiz. Das klingt nach Branding, ist aber in der Praxis etwas anderes. RE/MAX ist in über 110 Ländern und an mehr als 8'300 Standorten präsent. In der Schweiz sind es über 80 Büros mit mehr als 200 Maklerspezialisten.
Was das für einen Verkäufer am Zürichsee bedeutet: Wenn ein Käufer aus Zürich nach Hamburg zieht und sein Haus verkaufen will, sehe ich das. Wenn eine Familie aus München in die Schweiz ziehen will, kann ein RE/MAX-Kollege in Deutschland sie direkt an mich weiterleiten mit Kontext, mit Profil, ohne dass diese Familie je auf Homegate war. Das ist der Unterschied zwischen einem lokalen Inserat und einem echten Netzwerkverkauf.
Off-Market-Transaktionen funktionieren genau auf diesem Prinzip. Viele der besten Objekte am Zürichsee werden nie öffentlich inseriert. Sie gehen über das Netzwerk, diskret und effizient. Als BC Living haben wir Zugang zu diesem Kanal für Verkäufer, die Diskretion schätzen, und für Käufer, die wissen, dass die interessantesten Angebote nicht auf Homegate stehen.
Ein Objekt, das zum richtigen Preis, mit der richtigen Vorbereitung und über die richtigen Kanäle auf den Markt kommt, verkauft sich schnell. Die meisten langen Verkaufsprozesse haben ihren Ursprung in einem dieser drei Punkte.
Was Sie jetzt tun können
Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, Ihre Liegenschaft zu verkaufen, ist der beste erste Schritt keine Recherche auf Homegate. Es ist ein Gespräch mit jemandem, der den lokalen Markt kennt und Ihnen eine ehrliche Einschätzung gibt, nicht die Zahl, die Sie hören wollen, sondern die, die stimmt.
Bei BC Living machen wir kostenlose, unverbindliche Bewertungen. Nicht weil wir nett sind, sondern weil wir wissen: Wer gut informiert ist, trifft bessere Entscheidungen. Und bessere Entscheidungen führen zu erfolgreichen Verkäufen.
Der Markt 2026 ist gut. Aber er verzeiht keine Fehler mehr so grosszügig wie noch vor drei Jahren. Gute Vorbereitung ist keine Option, sie ist der Plan.
Tino Brodar ist Immobilienmakler und Geschäftsführer von BC Living, Franchisepartner von RE/MAX Zollikon. BC Living ist spezialisiert auf Kauf, Verkauf und Vermarktung von Wohn- und Anlageimmobilien am Zürichsee und im Kanton Zürich.


